Führung des österreichischen Infrastrukturregisters

Allgemeine Informationen zum Infrastrukturregister

Mit der Nennung der SCHIG mbH bei der Europäischen Kommission und der Europäischen Eisenbahnagentur ERA durch bmvit (gemäß Artikel 6 Abs. 2 des Durchführungsbeschlusses 214/880/EU zu gemeinsamen Spezifikationen für das Eisenbahn-Infrastrukturregister und gemäß Artikel 4 Abs. 1 des Durchführungsverordnung 2019/777/EU zu gemeinsamen Spezifikationen für das Eisenbahn-Infrastrukturregister und zur Aufhebung des Durchführungsbeschlusses 2014/880/EU der Kommission) ist die SCHIG mbH als die Stelle notifiziert, die für die Einrichtung und Verwaltung des Infrastrukturregisters verantwortlich ist.

Gemäß der Eisenbahngesetz-Novelle ausgegeben am 26.November 2015, §§ 110 ff, wurde SCHIG mbH

  • die Aufgabe der Implementierung, Wartung und des Betrieb des nationalen Infrastrukturregisters, nach den Anforderungen der gemeinsamen Spezifikation der Europäischen Kommission,
  • sowie die Veröffentlichung der nationalen Infrastrukturregisters auf ihrer Internetseite

übertragen.

Das Infrastrukturregister ermöglicht eine internetbasierte, computergestützte Abbildung der europäischen Eisenbahninfrastruktur.

Der Hauptzweck des Infrastrukturregisters besteht in der Darstellung transparenter Eigenschaften des Netzes und der Nutzung als Referenzdatenbank. Seine Daten sollen vor allem zu Prüfung vor der Nutzung genehmigter Fahrzeug gemäß Artikel 23 der Richtlinie 2016/797/EU, Überwachung der Fortschritte bei der Herstellung der Interoperabilität des Eisenbahnsystems der Union, Erstellung der Schienennetz-Nutzungsbedingungen in Bezug auf die Art der Infrastruktur, Erstellung des in Anlage D2 der Durchführungsverordnung 2019/773/EU genannten Streckenbuchs (Artikel 6 Abs. 2) und Daten-Wiederverwendung in anderen IT-Tools dienen.

Gemäß den Übergangsbestimmungen definiert im Artikel 3 der Durchführungsverordnung 2019/777/EU gelten weiterhin:

  • die im Durchführungsbeschluss 2014/880/EU festgelegten Fristen für die Dateneingabe in das Infrastrukturregister und
  • die gemäß dem Durchführungsbeschluss 2014/880/EU erfassten und in das Infrastrukturregister eingegeben Daten, sind weiterhin zugänglich und stehen zur Verfügung

Gemäß den obengenannten Übergangsbestimmungen der Durchführungsverordnung 2019/777/EU und dem Durchführungsbeschluss 2014/880/EU und basierend auf der Richtlinie 2008/57/EG bzw. Richtlinie 2016/797/EG besteht das Infrastrukturregister aus zwei Hauptbestandteilen:

  • Nationales Infrastrukturregister (ein pro Mitgliedsstaat) ist eine Datenbasis, welche die Daten, entsprechend der Spezifikationen für das Infrastrukturregister, für das zentrale Europäische System beisteuert.
  • Europäisches Infrastrukturregister, welches die Daten der nationalen Infrastrukturregister strukturiert präsentiert.

Das zentrale Europäische Infrastrukturregister wird von Europäischen Eisenbahnagentur ERA eingerichtet und verwaltet. Für die Entwicklung und den Betrieb des nationalen Infrastrukturregisters ist jeder Mitgliedsstaat selbst verantwortlich.

Bis zum 31. Dezember 2020 übermitteln die Österreichischen Infrastrukturbetreiber ihre RINF-Daten an die SCHIG mbH als nationale Registerstelle.
Ab 1. Jänner 2021, gemäß Artikel 4 Abs. 3 der Durchführungsverordnung 2019/777/EU besteht das Infrastrukturregister nur noch aus dem Europäischen Infrastrukturregister (RINF-Anwendung). Somit sind ab dem 1. Januar 2021 die Infrastrukturbetreiber der Mitgliedstaaten — vorbehaltlich der Entwicklung der in Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a genannten RINF-Anwendung — für die Erhebung und direkte Eingabe der Daten in die RINF-Anwendung verantwortlich.